TSAVI UND SEINE BEIDEN FRAUEN

Die Geschichten der Mafa (Nordkamerun) als ethnographische Quellen

Von Godula Kosack

Tsavi und seine beiden Frauen
Foto: Museum der Weltkulturen

Als ich mit meiner Feldforschung bei den Mafa Mitte der Achtzigerjahre begann, waren mir nicht nur ihre Lebensweise und ihr Weltbild ein Rätsel, das es zu entschlüsseln galt, sondern auch ihre Anstandsregeln. Nach dem Essen zu rülpsen gilt als Lob für die Köchin. Jemanden nach dem Namen zu fragen, wird als übergriffig empfunden. Ich musste Wege finden, mich an die Menschen heranzutasten, ohne ihr Feingefühl zu verletzen. Ich wollte Frauen über ihre Lebenssituation und ihre Befindlichkeiten befragen. Mir war bekannt, dass sie im Durchschnitt acht Kinder zur Welt bringen, von denen die Hälfte im Kleinkindalter stirbt, dass sie relativ häufig den Ehemann wechseln und dass die Hälfte von ihnen ihren Ehemann mit ein oder mehreren anderen Frauen teilt. Ich wollte wissen, welches Lebensgefühl sich unter diesen für uns als hart erscheinenden Lebensbedingungen entwickeln kann. Als Soziologin ausgebildet, hatte ich Interviewmethoden im Kopf, die ich bald alle in den Papierkorb werfen konnte. So antwortete mir eine Frau auf die Frage, wie alt sie sei, ohne zu zögern: „Vierzig.“ Doch bald fand ich heraus, dass ihr jüngster von 10 Söhnen bereits Großvater war. Eine andere Frau schlug bei dieser Frage die Hände über dem Kopf zusammen und rief aus: „Wie kann ich das noch zählen!“ Also suchte ich zu Beginn eines jeden Gesprächs eine einführende Frage, deren Antwort mir dann Stichworte für die weiteren Fragen bieten konnte. Einmal fiel mir ein: "Erzähl mir eine Geschichte!" Ndukoyè überraschte mich mit einem eindrucksvollen Märchen. Es wurde das erste meiner Sammlung von insgesamt 157 Geschichten (Märchen, Fabeln, ätiologische Erzählungen), die mir zum Schlüssel für das Verständnis der Mafa-Kultur wurden.

Die Mafa halten ihre Geschichten für Geschehnisse, die sich so oder so ähnlich in der Vergangenheit ereignet haben. Etwa ein Drittel sind Trickster-Geschichten und ähneln den uns bekannten Fabeln. Tiere dienen als Charaktertypen, die miteinander agieren: Die einen umschmeicheln die anderen, um sie dann genüsslich zu verzehren. Das Zieselhörnchen, eine Art Eichhörnchen, ist der gerissenste aller Bösewichter, der Schwimmkäfer ist der Dumme, der auf alle Tricks hereinfällt, die Schildkröte die Ausgleichende und Weise. Manche Mafa glauben, dass die Tiere einst sprechen konnten. Auch die "Zaubermärchen" werden für wahr gehalten. Das Magische, das für das westliche rationale Denken als fantastisch gilt, wirkt bei den Mafa real. Für sie ist es alltäglich, dass der Wille eines Lebenden den Zustand eines anderen Menschen verändern kann – ihn krank machen oder ihm Segen spenden kann -, und für sie liegt es auch nahe, dass Verstorbene und Geistwesen, die das Umfeld der Menschen beseelen, Einfluss auf die Lebenden ausüben.

Die Geschichten behandeln alle Bereiche des Lebens und enthalten den gesamten sozialen Kosmos: Geburt, Kindheit, Brautzeit, Ehe, Mutterschaft, Arbeit, Altern, Sterben und Jenseitsvorstellungen. Auch eigene Erlebnisse kleiden die ErzählerInnen bisweilen in die Form von Geschichten: "Folgendes hat sich ereignet ...." In einer Kultur, in der die orale Überlieferung lebt, entstehen stets neue Geschichten.

Die Märchen der Mafa sind weniger symbolhaltig, unmittelbarer in ihrer Aussage als die europäischen. Die Mafa benutzen kaum Bilder als Schlüssel zur Beschaffenheit ihrer Seele, sie drücken ihre Empfindungen vielmehr unmittelbar aus. Es ist weder schändlich, wenn ein Mann in Not weint, noch wenn eine Frau ihre Kränkungen öffentlich beklagt. Die anderen können an Gemütsverfassungen teilhaben, die in Europa aus Scham verborgen gehalten werden. Seelenzustände müssen nicht erst verschlüsselt werden, um mitteilbar zu werden.

Die Geschichten handeln von Konfliktsituationen, in denen die Helden oder Antihelden von den jeweils geltenden gesellschaftlichen Normen abweichen. Die thematisierten Lösungsmöglichkeiten geben nicht nur Aufschluss über die herrschende Moral, sondern auch über die Toleranz gegenüber abweichendem Verhalten. Die Trickster-Geschichten können als Lehrstücke verstanden werden. Sie gelten bisweilen als Warnung gegen die Ränkeschmiede anderer. Oder aber jemand stimmt eine Geschichte an, um den Anwesenden Aufschluss über das Verhalten einer Person aus ihrer Mitte zu geben. Gegen diese indirekte Kritik können sich die Betroffenen nicht verteidigen, ohne ihre Betroffenheit zu offenbaren. Andererseits befremdet der Ausgang der Geschichten europäische ZuhörerInnen bisweilen, fehlt doch der "moralische Zeigefinger" in dem Sinn, dass stets das Böse unterliegt und das Gute obsiegt. Die Geschichten sind das Leben, und das spricht für sich selber. Moralisieren ist nicht nötig, denn was sich von selbst versteht, bedarf keiner Erwähnung.

Das Geschichtenerzählen gilt vor allem der Unterhaltung. Der einzelne Vortrag wird an der künstlerischen Darbietung bemessen, wie lebendig die Schilderung, wie geschickt die Lautmalerei ist. Die Geschichten handeln von Menschen wie die, die erzählen und die zuhören. Es gibt keine festen Erzählerinnen oder Erzähler. Es gibt nur Frauen und Männer, die schöner erzählen können oder die ein reicheres Repertoire haben als andere. Wenn sich eine Gruppe Frauen, Kinder und Männer nach dem Abendessen um das wärmende und Licht spendende Feuer setzt, dann erzählt mal die, mal der. Früher sollen mehr Männer Geschichten erzählt und darüber ihr Wissen vermittelt haben als Frauen. Doch es heißt, heute seien sie zu viel unterwegs. Frauen finden eher die Muße, sich gegenseitig und ihre Kinder mit Geschichten zu erfreuen.

Die Geschichten wurden mir zu einem Quell, aus dem ich das Denken und Fühlen der Mafa erschloss. Sie gestatteten mir einen unerwarteten Einblick in das Alltagsgeschehen der Mafa. Die Konflikte spielen sich in ihrem Umfeld mittels ihrer Gewohnheiten und Gegenstände ab. Die Szenerie, in der sich die Akteure bewegen, die Arbeit, die sie verrichten, die Früchte, die sie essen, die Anschuldigungen, die sie gegeneinander vorbringen, ihre gegenseitigen Verlockungen und Verstrickungen, die Vegetation, die sie umgibt, die Tiere, die sie begleiten oder die sie töten, die Lüste und Ängste, die sie aufeinander und voreinander haben, die Musen, die sie pflegen, die Geister, denen sie opfern, das alles zusammen bildet den Hintergrund der Geschichten. Die Bilder, in die sie ihre Geschichten kleiden, die Regungen, die sie offen legen, die darauf erfolgenden Handlungen legten ein Assoziationsnetz in mir an, das gewisse Handlungen der AkteurInnen oder Reaktionen der ZuhörerInnen voraussagbar macht, sofern ich richtig verstanden habe.

Ich fand in den Geschichten einen Leitfaden, der mir sinnvolle Fragen zum täglichen Leben der Mafa ermöglichte. Die ErzählerInnen wurden gleichzeitig meine InformantInnen. Eine Erkundigung, die ich immer wieder einzog, war die nach dem Bezug einer Geschichte zu den heute lebenden Menschen. Dabei wurden mir Geschehnisse des Alltagslebens erzählt, nach denen ich nie gefragt hätte. Das Beispiel einer Geschichte und der von mir erfragten Deutung durch die Erzählerin und Zuhörerinnen soll das veranschaulichen.

Tsavi und seine beiden Frauen

Tsavi lebte mit seiner Frau. Sie lebten und lebten. Und sie gebar ihm Kinder. Eines Tages brachte er eine andere Frau ins Haus. Die bekam keine Kinder, sie war unfruchtbar. Der Mann liebte aber die Frau, die ihm Kinder geboren hatte, nicht mehr. Stattdessen liebte er nur die unfruchtbare Frau. Wenn er eine Ziege schlachtete, nicht wahr, dann gab er der Frau, die er liebte, das gute Fleisch. Der Frau aber, die er nicht mehr liebte, gab er nur die Teile, die im Feuer verdorben und schmutzig geworden waren, wie die verkohlten Füße. Seine Frau und ihre Kinder mochten das Fleisch nicht, das er ihnen gab. Der Mann liebte auch nicht seine Kinder, die bei ihrer Mutter waren. So ging es dort lange Zeit zu.

Da sagten die Leute eines Tages zu dem Mann: "Mein Freund, die unfruchtbare Frau betrügt dich ohne Grund. Sie liebt dich nicht. Hat sie dir schon ein Kind geboren? Wenn du es wissen willst, dann reib dir deine Augen mit Ruß ein. Verwandle dich in ein anderes Wesen und stell deine beiden Frauen auf die Probe!" Daraufhin ging der Mann von zu Hause fort. Er sagte zu Hause: "Ich habe einen längeren Gang vor und werde nicht so bald wieder zu Hause sein, nicht wahr. Ich werde anderswo übernachten, meine Frauen." So sprach er zu ihnen.

Am nächsten Morgen ging der Mann also fort. Nun rieb er sich Ocker ins Gesicht, sodass die Leute ihn nicht mehr erkannten. Er kehrte nach Hause zurück, um die Leute dort zu ängstigen. Er fragte die Mutter seiner Kinder: "Frau, wo ist denn dein Mann?" "Das weiß ich nicht. Er ist weggegangen, aber ich weiß nicht zu wem." "Und jetzt frage ich dich: Willst du, dass ich dich töte, oder willst du, dass ich deinen Mann töte, Frau? Ich will nur eine Person töten, nicht wahr. Ich fresse entweder deinen Mann, oder ich fresse dich. Wen von euch beiden soll ich nun fressen, ihn oder dich? Wen nun?" "Nein, ich will auf keinen Fall, dass du meinen Mann tötest. Denn wer würde sonst meine Kinder ernähren, wer? Wer wird sie ernähren? Töte mich also, mein Wesen!"

Nachdem die Frau so gesprochen hatte, ging das Wesen zu der anderen Frau, die keine Kinder hatte. Er fragte: "Wo ist dein Mann, Frau?" "Er ist fortgegangen, mein Wesen. Er sagte, er käme erst morgen nach Hause zurück. Ich weiß nicht, wohin er gegangen ist. Aber er sagte, nicht wahr, er würde erst morgen zurückkommen. Deshalb hätte ich gern, dass du meinen Mann tötest und mich nicht anrührst. Ich habe keine Kinder. Töte mich nicht, mein Wesen. Warte nur auf meinen Mann. Wenn er wieder nach Hause kommt, kannst du ihn verschlingen. Mich verschling bitte nicht, mein Wesen."

Als er das alles gehört hatte, verwandelte sich der Mann wieder in seine normale Gestalt und kehrte nach Hause zurück. Er sagte zu den Leuten in seinem Haus: "Meine Frauen, es heißt, ein Wesen sei hier gewesen." "Ja, ein Wesen war hier." "Was hat es von euch gewollt?" "Es fragte: 'Wen soll ich fressen, deinen Mann oder dich?' Nur das hat es gefragt, mein Mann. Es ist besser, du sprichst nicht. Denn vielleicht kommt es ja zurück." So antwortete die Mutter seiner Kinder. Zuerst war der Mann also zu dem Haus seiner ersten Frau gegangen. Dann erhob er sich und ging zu dem Haus seiner unfruchtbaren Frau. Er wollte dorthin gehen, wo die Frau lebte. Die versteckte sich gut in dem Haus, weil sie fürchtete, das Wesen käme, um sie zu fressen. Der Mann fragte sie: "Ein Wesen war hier, nicht wahr, meine Frau?" "Ja, es war hier. Es fragte, nicht wahr, wo mein Mann hingegangen wäre. Ich sagte, ich wüsste es nicht; ich wüsste nicht, wo mein Mann hingegangen war. Ich habe ihm nur das geantwortet, und das Wesen ist gegangen, um meinen Mann zu suchen. Jetzt ist das Wesen also fort." "Gut, es ist gut, dass du nichts weiter gesagt hast, nicht wahr, meine Frau."

Am nächsten Morgen holte der Mann also eine Ziege, einen riesigen kastrierten Ziegenbock. Damit machte er sich auf zu dem Hause seiner ersten Frau, denn sie lebte in einem Haus außerhalb des Gehöfts. Dort rief er die Kinder der Frau und ihre Mutter. Er sagte: "Kommt alle her, wir werden einen Ziegenbock schlachten!" Sie schlachteten also sogleich mit den Kindern zusammen den Ziegenbock. Die kinderlose Frau aber fragte: "Warum schlachtest du und gibst den Kindern Fleisch? Sie haben schmutzige Hände. Warum plötzlich mit den Kindern?" "Aber du willst doch wohl nicht auch etwas essen? Bleib, wo du bist, niemand hat dich jetzt gerufen. Dieses Festmahl ist nicht für dich, du kannst uns in Ruhe lassen." Nach diesen Worten legten sie das Fleisch auf das Feuer. Die Frau ging also in ihr Haus zurück und sagte kein einziges Wort mehr. Die anderen kochten ihr Fleisch und redeten nicht mehr mit der Frau. Als das Fleisch gar war, nahm der Mann drei Schenkel und gab sie der Mutter seiner Kinder. Er nahm eine Hinterpfote und gab sie der unfruchtbaren Frau. Das übrige Fleisch teilte er unter seine Kinder auf. Alles teilte er unter seine Kinder auf. Auch für sich selber hob er einen Teil auf. Da sagte die unfruchtbare Frau zu ihrem Mann: "Du kennst doch meine schwarze Schüssel oder kennst du sie nicht?" So schimpfte sie mit ihm. Sie aß nichts von dem Fleisch. Ihr Mann nahm ihr Fleisch und gab es auch noch der Mutter seiner Kinder. Er schlug jene unfruchtbare Frau nieder. Daraufhin verließ ihn diese Frau.

Die Geschichte, die Geschichte ist schon auf die Welt gekommen.

Ich fragte die anwesenden Frauen, wie sie das Verhalten der beiden Protagonistinnen beurteilten. Die Erzählerin Kudadi erläutert die Einstellung der Ehefrauen: "Beide Frauen fürchteten sich vor dem Fell und dem Tontopf, mit denen sich der Mann verkleidet hatte. Es war ein Ungeheuer. Die kinderlose Frau, die ihren Mann nicht braucht, weil sie sich einen anderen suchen kann, verrät ihn. Die andere Frau denkt an ihre Kinder, die ohne Vater Not leiden. Auch wenn der Mann sie nicht liebt, verrät sie ihn nicht, damit er am Leben bleibt. Sollte sie gefressen werden, dann kann er sich eine andere Frau suchen, die für die Kinder sorgt." Marie ergänzt: "Die unfruchtbare Frau betont, dass sie alleine ist, damit das Ungeheuer Mitleid mit ihr hat, denn nach ihr gäbe es sonst niemanden mehr." Dabagai erklärt: "Es kommt häufig vor, dass ein Mann die Frau liebt, die keine Kinder hat. Er schläft gern bei ihr, weil dann keine Kinder stören. Große Kinder schlafen getrennt von den Eltern, so etwa ab zehn Jahren, kleine sind immer bei der Mutter. Die Lehre der Geschichte ist die: Einige Männer ziehen die Frau vor, die Kinder hat, andere die, mit der sie ungestört schlafen können. Die Frau, die keine Kinder hat, gibt, was sie hat, ihrem Mann. Eine Frau mit Kindern versorgt zuerst ihre Kinder. Die erste Frau in der Geschichte ist nicht böse auf ihren Mann, weil die Kinder später seine Felder erben und sie, die Mutter, im Alter versorgen werden."

Dass diese Geschichte den Realitäten des Alltags entspricht, kann Yaudam bestätigen. Ihr Mann hatte ein Jahr lang eine andere Frau, die etwa gleich alt war wie sie. Yaudam wollte die Mitfrau nicht, aber ihr Mann drohte ihr, sie zu ihrem Vater zurückzuschicken, wenn sie nicht mit der neuen Frau auskäme. Die andere aber wollte den Mann für sich allein haben. Weil der Mann sie begehrte, schickte er Yaudam fort, aber sie ließ sich nicht vertreiben, weil sie dann ihre Kinder hätte zurücklassen müssen. Der Mann gab nur der zweiten Frau genug zu essen, während Yaudam und ihre Kinder hungerten. Er zog die andere vor, weil sie neu war. Allerdings blieb sie nicht lange, sondern suchte sich einen anderen Mann.

Das Verhalten des Mannes am Ende der Geschichte wird nicht von allen ZuhörerInnen gebilligt. Kudadi erläutert: "Einige Leute finden, dass der Mann die kinderlose Frau verjagen soll, weil sie nicht an die Kinder der anderen dachte und nichts für sie tat. Andere meinen, der Mann sollte beide Frauen behalten. Die kinderlose Frau könnte der anderen bei der Arbeit helfen."

Fanta empfindet mit der zweiten Frau, deren Situation sie teilt. Sie leidet bei ihrem neuen Ehemann, weil sie dort immer Streit mit der ersten Frau hat. Diese will Fanta nicht im Hause, weil der Mann nur noch mit Fanta schlafen will und nicht mit seiner ersten Frau, die schon viele Kinder hat. So überlegt Fanta, ob sie nicht zu ihrem früheren Mann zurückkehrt.

Ob eine neue Frau im Haus akzeptiert wird oder nicht, hängt oft davon ab, wie der Mann seine Frauen behandelt. Zieht der Mann die neue Frau vor, dann bleibt der ersten entweder die Möglichkeit, darauf hinzuwirken, dass diese wieder geht, oder aber, wenn ihr das nicht gelingt, sich selber einen anderen Mann zu suchen.

Davna brachte die Diskussion auf den Punkt: „Diese Geschichte handelt vom Leben. Männer heiraten eine zweite oder dritte Frau nicht wie früher, wenn die Arbeit für die erste Frau zu viel wird, sondern wenn sie eine neue Frau begehren. Da sind die Probleme im Haus vorprogrammiert.“

Auf diese Weise konnte ich über die Geschichte "Tsavi und seine beiden Frauen" die Probleme der Mehrfrauenehe erfragen. Die Frauen steuerten noch viele Beispiele bei, in denen der Mann gegen die Sitte nur mit der jüngeren Frau schlief und die erste Frau, deren Körper in der Regel aufgrund zahlreicher Geburten weniger attraktiv war, vernachlässigten. Ich erfuhr auch, dass früher Frauen oft selber eine zweite Frau suchten, mit der sie sich verstanden, während heute nur wenige Männer ihre Ehefrauen um Rat fragen, ob eine weitere Frau im Haus erwünscht und nützlich ist. Deshalb ziehen heute die meisten Frauen die Monogamie vor.


Herausgeber © Museum der Weltkulturen, Frankfurt a. M. 2008

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