BAYREUTH IWALEWA-HAUS

António Ole: Hidden Pages. Installation – Fotografie - Video

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Laufzeit vom 30. April bis 6. September 2009

António Ole ist einer der international erfolgreichsten Künstler Angolas. Sein Œuvre reicht von Fotografien, Grafiken, leuchtenden Pop-Art-Gemälden über Collagen, Assemblagen und Multimedia-Installationen bis hin zu Dokumentarfilmen, die zu den wichtigsten in der angolanischen Filmgeschichte zählen. Seine Skulpturen stehen heute auf zentralen Plätzen in Angolas Hauptstadt Luanda und seine Installationen finden internationale Beachtung auf den Biennalen von Sao Paolo bis Venedig.

Mit der Ausstellung widmet das Iwalewa-Haus António Ole (* 1951) ein ganzes Stockwerk und setzt damit den seit 2006 verfolgten Schwerpunkt „lusophones Afrika“ fort. Im Zentrum steht Oles raumgreifende Installation „Hidden Pages – Stolen Bodies“, in der sich der Künstler mit der angolanischen Geschichte von Sklaverei und Zwangsarbeit auseinandersetzt. In anderen Arbeiten untersucht er mit Hilfe von Materialien und Fundstücken, die er vor Ort, also auch in Bayreuth, aufspürt und zusammen trägt, die Grenzräume und Ränder des urbanen Lebens. Diese archäologische Spurensuche konfrontiert den Betrachter mit – teilweise schmerzlichen – Erinnerungssplittern und macht ungeschriebene Geschichte(n) sichtbar und fühlbar.

Die Ausstellung wird durch Arbeiten aus drei Jahrzehnten ergänzt, darunter Schwarzweiß-Porträts aus den 1970er Jahren, also aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Die koloniale Repression lastet noch drückend auf dem Leben der Menschen in den Armenvierteln Luandas, während der Schrei nach Unabhängigkeit bereits unüberhörbar ist. Seine „Wall-Fotos“ aus den 1980er Jahren sind stärker konzeptuell angelegt und konzentrieren den Blick mit einer streng-symmetrischen Bildkomposition und minimaler Ästhetik. Die Fotoserie „Sal“ erzählt von der Extraktion des Meersalzes und den dadurch entstehenden schön-schmerzlichen Wunden, die das Salz der Erde zufügt. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist der kurz nach der Unabhängigkeit Angolas gedrehte Dokumentarfilm „Ngola Ritmo“. Hier erzählt António Ole die Geschichte der gleichnamigen Musikgruppe, die jahrelang eine der wichtigsten Schubkräfte des Unabhängigkeitskampfes war und mit ihren Liedern den Kämpfenden Mut und Hoffnung auf eine neue Zukunft vermittelte.



Susanne Wenger
Stationen eines Lebens

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Laufzeit vom 30. April bis 6. September 2009

Anlässlich des Todes von Susanne Wenger im Januar 2009 würdigt das Iwalewa-Haus die Künstlerin mit einer kleinen Ausstellung im Alten Depot. Susanne Wenger wurde 1915 in Graz geboren, wo sie auch ihre künstlerische Ausbildung begann. Später besuchte sie die Akademie für Bildende Kunst in Wien. Hier engagierte sie sich gegen den Anschluss Österreichs an das NS-Deutschland und für vom Regime Verfolgte. Mit ihren zunächst surrealistischen Grafiken beeinflusste sie die Wiener Künstlergeneration um Ernst Fuchs; gleichzeitig aber wurde ihr Werk als „entartete Kunst“ eingestuft.
Nach dem Krieg war Susanne Wenger an der Gründung des Wiener Art-Clubs beteiligt, dem auch Wotruba und Hrdlicka angehörten. Ende der 1940er Jahre lernte sie in Paris Ulli Beier kennen und beschloss mit ihm 1950 im Rahmen eines akademischen Austauschprogramms nach Nigeria überzusiedeln. Während einer 14 Monate dauernden Erkrankung machte sie sich mit den Mythen und der Kultur der Yoruba vertraut, mit der sie sich schließlich völlig identifizierte. Sie war in ihrer neuen Heimat angekommen. Europa besuchte sie nur noch selten. Nach ihrer Initiation zur Priesterin lebte sie seit 1960 in Oshogbo, wo sie sich der Restaurierung der verfallenen Sakralbauten widmete. Zusammen mit Handwerkern und Künstlern wie Adebisi Akanji, Buraimoh Gbadamoshi und Kasali Akangbe begann sie die Ritualplätze und Schreine im heiligen Hain am Oshun-Fluss wiederherzustellen. Diesen Hain mit den Skulpturen Susanne Wengers erklärte die UNESCO 2005 zum Weltkulturerbe. Der Tod Susanne Wengers nimmt der Welt „eine Brücke über Kontinente und Kulturen hinweg“.



20 Jahre Iwalewa im Plakat

 Bayreuth Iwalewa-Haus 4

Dauerausstellung im Foyer

Das Iwalewa-Haus hat in den ersten 20 Jahren seines Bestehens über 100 Ausstellungen gezeigt. Eine Rückblende in eigener Sache, die nicht nur viele Sammlerraritäten zeigt, sondern auch einen Überblick über die Ausstellungsgeschichte des Hauses gibt. Die Plakatausstellung wird ergänzt durch AfroSat, eine Tellerbaum-Installation des Müncher Künstlers Daniel Kojo Schrade.










IWALEWA-Haus

Afrikazentrum der Universität Bayreuth
Münzgasse 9
95444 Bayreuth
Tel.:0921/553681

Öffnungszeiten

Di - So 14.00 bis 18.00



Herausgeber © Museum der Weltkulturen, Frankfurt a. M. 2008

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